Mountainboarding ist eine Funsportart, die in den Bergen talwärts auf einem Mountainboard, das auch als Allterrainboard bekannt ist, ausgeübt wird. Wie beim Snowboarden geht es rasant bergab – nur eben auf dem Board mit Rädern.
Die Entwicklung des Funsports mit dem Mountainboard nahm ihren Anfang zu Beginn der 90er-Jahre des 20. Jahrtausends in den USA. Die Snowboarder waren es leid, den Sommer über auf ihre Sportart verzichten zu müssen und überlegten sich eine Alternative Funsportart für den Sommer. Über mehrere Entwicklungsphasen entstand somit das ATB – das Allterrainboard, bzw. das Mountainboard. Schon die Bezeichnung als Allterrainboard vermittelt die Möglichkeit für die Sportler, die Boards auf fast jedem Untergrund nutzen zu können. In Amerika fand die neue Funsportart Mountainboarding schnell zahlreiche Anhänger und breitete sich nach England und Frankreich aus. Nach mehreren nationalen Wettbewerben wurde eine erste Weltmeisterschaft durch englische und belgische Boarder organisiert. Diese fand in Austragungsorten in England, Frankreich, Belgien, Spanien, Tschechien und in Deutschland statt. Nachdem es für viele der Sportler jedoch ein Problem war, zu den verschiedensten Terminen in den jeweiligen Ländern anzutreten, wurden die Wettbewerbe nach einiger Zeit auf eine kleinere Anzahl Länder und Austragungsorte reduziert.
In Deutschland begann die Popularität des Mountainboards oder Allterrainboards ab dem Jahr 2002 mit dem ersten Stützpunkt, der an einem Skihang in Halver ausgewählt wurde. Nachdem die Aufmerksamkeit via Internet und über die Massenmedien auf das Mountainboarding gelenkt war, kamen immer mehr Anhänger zur Sportler-Community der Mountainboarder hinzu. Das deutsche Lengries war im Jahr 2004 als erster deutscher Ort eine Station der Austragungsorte der Weltmeisterschaften.
Im Jahr 2008 folgte die Eröffnung des ersten deutschen Mountainboardparks in Winterberg. Die Liftbetreiber fördern diese Attraktion, die im Sommer die Touristen anlockt. Der Mountainboardpark wird von zahlreichen internationalen Mountainboardern regelmäßig besucht. Gleichzeitig werden in der Anlage in Winterberg Anfängerkurse im Mountainboarding angeboten.
Die Saison im deutschen Mountainboardpark wurde für dieses Jahr bereits eröffnet und bietet den Sportlern mit 5 verschiedenen Strecken vielseitige Möglichkeiten – ob Downhill, Race oder Freestyle, im Mountainboardpark ist mit den verschiedenen Strecken und einem großen Areal für jeden Mountainboarder etwas geboten. Der Mountainboardpark in Winterberg verfügt über eine Boardercross-Strecke, die die längste dieser Art in ganz Europa darstellt. Über eine Länge von 1,2 km müssen die Sportler auf der Boardercross-Strecke Steilkurven und Bodenwellen bewältigen.
Im Mountainboarding haben sich verschiedene Fahrstile entwickelt, die jeweils als Disziplinen bei den Wettkämpfen durchgeführt werden.
Downhill
Bei dem Fahrstil Downhill handelt es sich um die ursprüngliche Art des Mountainboardings. Prinzipiell sind beim Downhill die Ähnlichkeiten mit dem Snowboarden im alpinen Bereich nicht zu übersehen. Beim Downhill wird der Hang talabwärts gefahren und dabei werden die unterschiedlichsten Sprünge über Schanzen vollführt. Bei einem Wettkampf in der Disziplin Downhill fahren die Boarder auf der vorgegebenen Strecke allein. Für die Platzierungen des Boarder-X wird nach den jeweiligen Fahrzeiten gewertet.
Boarder-X
Wettkämpfe im Boarder-X werden von mindestens zwei Boardern auf einer Strecke durchgeführt. Die Boarder treten dabei auf einer vorgegeben Strecke gegeneinander an, wobei das K.O.-System angewandt wird. Dadurch, dass mehrere Boarder die Strecke gleichzeitig befahren, kommt es oft zu Berührungen und zu Kollisionen. Diese erhöhen die Spannung innerhalb der Zuschauer – denn durch die möglichen Kollisionen steht der Sieger eines Durchgangs im Boarder-X oftmals erst in letzter Sekunde fest.
Freestyle
Beim Freestyle führen die Boarder die verschiedensten Tricks und Sprünge vor. Der Freestyle beim Mountainboarding wurde von den Skateboardern entwickelt. Die Bezeichnung Obstacle umfasst alle verwendeten Hindernisse, Halfpipes und Schanzen.
Kiteboarding
Kiteboarding ist im Prinzip wie Kitesurfen an Land. Dabei lassen sich die Kitelandboarder von Lenkmatten – stablosen Lenkdrachen – ziehen, die eine enorme Zugkraft aufbauen. Bei entsprechendem Wind können die Boarder dabei meterhohe und enorm weite Sprünge machen.
Parcours
Diese Variante bietet sich den Boardern im ersten deutschen Mountainboardpark in Winterberg an. Mittels einem Schlepplift und einem Sessellift gelangen die Boarder zu den fünf verschiedenen Strecken, die in unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad angelegt sind. Eine der Strecken ist ein Mountainboard-Crossparcour.