Beim Canyoning werden Schluchten in verschiedensten Varianten durchwandert, was neben dem Extremsport mit imposanten Panoramen und Landschaftserlebnissen verbunden ist. Zu Beginn der Entwicklung des Canyonings zu einer beliebten Sportart wurden die Touren durch die Schluchten auch von unten nach oben geplant. Heutzutage ist der Trend beim Canyoning allerdings, die Schlucht von oben nach unten zu bezwingen. Die Extremsportart ist unter weiteren Bezeichnungen wie Schluchtern oder Schluchting bekannt und existiert nun bereits seit etwa 20 Jahren. Um die Schluchten zu durchqueren und zu bewältigen, kommen verschiedenste Sportarten zum Einsatz.
Um beim Canyoning in der Schlucht nach unten zu gelangen, müssen die Extremsportler die Techniken des Abseilens, des Abkletterns oder des Springens an das unten in der Schlucht gelegene Ziel beherrschen. Ebenso kann Rutschen, Schwimmen oder Tauchen beim Canyoning notwendig sein. Das Schluchtern ist somit eine Extremsportart, die den Sportlern ziemliche Anstrengungen abverlangt und für die eine besondere Ausrüstung benötigt wird, um die Verletzungsgefahr zu vermeiden oder einzugrenzen.
Canyoning ist neben der extremen sportlichen Betätigung auch mit besonderen Reizen und Abenteuern verbunden. Neben dem Abenteuer Canyoning bietet diese Sportart Natur pur in den gigantischen Schluchtpanoramen. Das Canyoning ist keine Sportart, die von einem Sportler allein bewältigt wird, das Durchqueren der Schluchten erfolgt im Team, wobei der Teamgeist und die absolute Verlässlichkeit der Sportler untereinander oberste Priorität haben. Eine alpin- und wassertechnische Qualifikation der Teams ist für die Perfektion und Sicherheit dieser Extremsportart ebenfalls notwendig. Jedem Sportler sollte beim Canyoning bewusst sein, dass nach dem Beginn der Tour in die Schlucht meist keine Rückzugsmöglichkeit besteht. Ist der Abstieg einmal begonnen, muss die Tour auf dem Weg durch die Schlucht fortgesetzt werden. Für Neulinge bei der Extremsportart ist es wichtig, dass diese von erfahrenen Teamkollegen angeleitet werden.
Die Gefahren beim Canyoning sollten keinesfalls unterschätzt werden. Um die Gefahren zu vermeiden oder einzugrenzen, sollten die Sportler die notwendige Ausrüstung mitführen und über die wichtigsten Fähigkeiten beim Klettern oder Tauchen verfügen. Die vorherige Information über die Wetterlage für die Region, in der die Schlucht liegt, ist dabei unerlässlich. Gerade bei engen Schluchten besteht durch schnell ansteigendes Wasser bei starkem Regen durchaus Lebensgefahr. Liegt ein Stausee in der Nähe der ausgewählten Schlucht, sollten sich die Sportler erkundigen, ob kein Öffnen der Dämme geplant ist. Die optimale Teamgröße beim Canyoning liegt bei 3 bis 4 Sportlern, von denen keiner an Höhenangst leiden darf. Kenntnisse in Leistung von erster Hilfe und ein ausgeprägter Orientierungssinn sind von Vorteil für das Canyoning.
Eine Neoprenhose, Neoprenjacke und Neoprensocken, jeweils mit einer Dicke von mindestens 3 mm, sollten beim Canyoning getragen werden. Zur weiteren Ausrüstung gehören feste Schuhe, ein alpintauglicher Helm und ein Canyongurt, wie auch HMS-Karabiner, ein Seil und ein Abseilgerät mit Klappschlinge. Ein Kappmesser, ein Erste-Hilfe-Set, Signalpfeife, Signalraketen und ein Mobiltelefon sollten mitgeführt werden, um für einen eventuellen Notfall vorbereitet zu sein. Anfänger können die notwendigen Ausrüstungsgegenstände meist bei den Anbietern für Canyoning-Touren mieten.
In der Gründungszeit der Extremsportart Canyoning fanden fast alle Wettbewerbe in Spanien und Südfrankreich statt. In den Nordalpen erlangte die Sportart in den letzten Jahren zunehmende Beliebtheit. In den USA ist die Sportart meist unter der Bezeichnung Canyoneering bekannt.