Feb

9

2011

Jiaogulan – Was ist dran, am „Kraut der Unsterblichkeit“?

Abgelegt in Allgemein

Jiaogulan, so die einfachere deutsche Schreibweise, ist ein fernöstliches Pflanzengewächs, der einzigartige gesundheitsförderliche Wirkungen nachgesagt werden. In diversen Darreichungsformen werden die Blätter dieser Pflanze zur Prävention und in der traditionellen chinesischen Gesundheitslehre sogar als Behandlung gegen allerlei Beschwerden genutzt. Seit den letzten 20 Jahren wird dieses angebliche Unsterblichkeitskraut auch in westlichen Gebieten mehr und mehr bekannt, auch durch die allgemeine Gesundheitswelle. Andersartig als viele der heutzutage als Superfood angepriesenen Lebensmittel und Nahrungsergänzungen, konnte in Jiaogulan eine reichhaltige Wirkstoffbreite festgestellt werden. Vorrangig die sog. Saponine lassen auf die positiven Wirkungen des Kletterkrauts auf die Gesundheit des Menschen schließen.

Im Weiteren soll bezüglich der Ursprünge des Jiaogulan informiert werden. Neben einem Abstecher zu den klassischen und modernen Anbaugebieten in Asien, sowie in die Traditionelle Chinesische Medizin werden die unterschiedlichen Darreichungsformen der Pflanze aufgezeigt. Abschließend gibt es ein paar Tipps für Jiaogulan-Fans mit grünem Daumen, die ihre persönliche Wunderranke anpflanzen möchten.

Die Ursprünge der besonderen Ranke

Jiaogulan (lat. Gynostemma pentaphyllum) ist ursprünglich beheimatet in Gebieten Asiens. Vor allem über China, Südostasien, Taiwan und Japan verbreitet sich der Jiaogulan. Auch die hauptsächlichen Anbaugebiete der Pflanze befinden sich in diesen Staaten. Insbesondere in China umrahmen den Jiaogulan einige Legenden. So soll die chinesische Region, wo viel Jiaogulan-Tee getrunken wird, „Tal der Uralten“ heißen. Ein Beweis dafür fand sich 1970: Bei einer Volkszählung wurde festgestellt, dass dort insbesondere viele Hundertjährige ansässig waren. Vermutlich sollen diese sehr alten Leute, während ihres gesamten Lebens täglich Jiaogulan genossen haben, weshalb die Rankenpflanze auch den Beinamen „Kraut der Unsterblichkeit“ bekommen haben soll. Sagen und Mythen hin oder her, klar ist, dass Jiaogulan nicht unvergänglich macht, jedoch für den menschlichen Organismus und das Wohlbefinden hilfreich sein kann, wie chinesische Forscher im Rahmen der Ergebnisse der Volkszählung bemerkt haben. Bereits chinesische Heilkünstler und allgemeine Mediziner, die im 15. Säkulum das Gewächs das erste Mal erwiesenermaßen schwarz auf weiß erwähnten, waren sich bewusst über die Vorzüge der Pflanze. Seitdem spielt in der Traditionellen Chinesischen Medizin das Kraut eine zentrale Rolle in der Behandlung verschiedener Beschwerden.

Pflanzenkunde Jiaogulan – Daten rund um die Gesundheitsranke

Wie bereits erwähnt ist Jiaogulan ein krautartiges Pflanzengewächs. Oft 1-jährig, kann die Pflanze bei guten Bedingungen auch über mehrere Jahre hinweg überleben und bis zu 8 Metern groß werden. Die Blätter, in denen die meisten Wirkstoffansammlungen zu finden sind, sind zusammengesetzt aus unterschiedlichen Blättchen, üblicherweise zwischen fünf und neun Stück, deren mittleres das Größte ist. Rein optisch ähneln die Pflanzenblätter Weinpflanzen. Die Blütenstände können eine Länge von etwa 30 cm erlangen. Die Blüten sind sehr klein und grünlich bis gelblich gefärbt. Wenn die Pflanze befruchtet wurde, trägt sie eher kleine Beeren, die in ihrer Reifephase, ihre Farbe von dunkelgrün in schwarz ändern.

Da die Ranke weibliche und männliche Pflanzen ausbildet, ist der Anblick von reifen Jiaogulan-Beeren hierzulande eine Rarität. Aber ist es denkbar, Jiaogulan auch in unseren Breiten anzubauen. Nicht nur als Zimmerpflanze, sondern auch im Gartenbeet gedeiht das Kraut gut, da es im naturbelassenen Habitat selbst in Höhen bis etwa 3000 Metern gedeiht. Als Folge vermögen die gesunden Ranken auch den Winter, mit Temperaturen bis zu -15°C überstehen und sind somit in der Regel winterfest. Im Idealfall präferiert Jiaogulan aber eher nasse und warme Gebiete für einen idealen Wuchs und damit auch einen optimalen Gehalt der wirkenden Stoffe. Doch um welche Stoffe handelt es sich dabei und wie wirken sie konkret?

Das verbirgt in Jiaogulan-Blättern!

Entsprechend den Untersuchungen zur Jiaogulan-Pflanze, wurden über 100 Substanzen der sog. Saponine in dem Gewächs entdeckt. Zwar leitet sich der Name der obig genannten Substanzen vom lateinischen Begriff „sapo“, also „Seife“ ab, ist aber nicht zu verwechseln mit der tatsächlichen Seife. Jedoch erlauben Saponine auch eine schäumende und somit reinigende Auswirkung. Die für die Wäsche verwendeten beliebten, weil umweltschonenden Waschnüsse, beinhalten beispielsweise hohe Saponinwerte, weshalb sie Kleidung effektiv säubern können.

In der Naturheilkunde werden Saponine beziehungsweise Saponin-haltige Pflanzen in diversen Darreichungsformen zur Behandlung unterschiedlicher stressinduzierter Beschwerden benutzt. Sie werden aus diesem Grund den sog. „Adaptogenen“ zugerechnet. Als Adaptogene werden pflanzliche Wirkstoffe genannt, die gegen schlechte Auswirkungen von Stresssituationen auf den menschlichen Organismus wirken können. Dazu zählen äußerliche Faktoren wie schlechtes Wetter oder Lärm, aber auch innere Faktoren wie Phasen starker psychischer Belastung, z.B. Prüfungsstress oder sogar Niedergeschlagenheit sowie starke seelische Belastungen. Adaptogene werden deshalb oft von Sportlern vor wichtigen Sportereignissen verwendet. Tatsächlich haben unterschiedliche Studien deutlich gezeigt, dass die Wirkungen der Adaptogene tatsächlich bestimmbar und reproduzierbar sind. Damit geht es bei der nachgewiesenen Auswirkung von Saponinen in keinster Weise um esoterisches Gerede, sondern vielmehr um die reale Möglichkeit, Gesundheit und Wohlbehagen auf kurze und lange Sicht zu verbessern.

Stress reduzieren, Erkrankungen vorbeugen – so wirkt Jiaogulan!

Zwar finden sich eine Vielzahl von Studien zur tatsächlichen Wirksamkeit der im Jiaogulan vorkommenden Adaptogene. Jedoch muss von Ratschlägen in Bezug auf die Behandlung von Erkrankungen abgesehen werden, da es nicht hinreichende Nachweise für die vollständige Wirksamkeit gibt. Allerdings kann erwähnt werden, dass Jiaogulan durch seine adaptogene Wirkweise in jedem Fall das allgemeine Wohlbefinden des Menschen erhöht sowie Müdigkeit und Konzentrationsverlust verhindern kann. Durch seine stressverringernden Eigenschaften vermögen einige minderschwerere Erkrankungen, die durch Stress entstehen können, verhindert werden. Dazu zählen beispielsweise grippale Infekte, die sich dann insbesondere ausbreiten können, wenn durch eine akute Stresssituation die körpereigene Abwehr geschwächt ist. Weitere weniger eindeutig nachgewiesene Wirkungen vermögen eine Senkung des Cholesterinspiegels, ein antidiabetischer Effekt und die Linderung von asthmatischen und bronchialen Leiden sein.

Wie wird Jiaogulan zubereitet?

Die traditionelle sowie hierzulande sehr beliebte Herstellung als Tee ist wohl die gängigste Variante, von den positiven Effekten der Wunderranke zu profitieren. Die getrockneten oder frischen Blätter werden einfach mit heißen Wasser übergossen. Die Ziehdauer liegt in etwa zwischen 5 und 10 Minuten. Jiaogulan-Tee kann mit etwas Honig und einem Stück Ingwer verfeinert werden und sowohl warm als auch kalt genossen werden. Der etwas bitter-süßliche Geschmack des Krauts erinnert an Ginseng, mit dem es im Übrigen ein paar der Adaptogene gemeinsam hat. Ebenso finden sich Jiaogulan-Extrakte in Kapselform.

Erfahrungsberichten zufolge sollten davon ca. 2 bis 4 Stück Tag für Tag eingenommen werden. Daneben können die neuen Blätter auch roh oder gekocht verzehrt werden. Besonders beliebt ist dabei die Beigabe von Jiaogulan-Blätter in Salate oder in gekochter Form – ähnlich wie Spinat.

Worauf sollte beim Kauf von Jiaogulan geachtet werden?

Zwischen den verschiedenen, auf dem Markt angebotenen Jiaogulan-Produkten gibt es in einzelnen Fällen wesentliche Qualitätsunterschiede. Für das optimale Resultat sollte auf keinen Fall eine Jiaogulan-Mischung verwendet werden. Oft wird das Kraut mit anderen Kräutern erweitert und enthält in Folge dessen einen geringeren Anteil an Adaptogene. Einige Jiaogulan-Verkäufer offerieren überdies Jiaogulantees, die neben den Blättern auch die Stängel des Gewächses beinhalten. In diesem Teil der Pflanze sind wenige Inhaltsstoffe enthalten. Aus diesem Grund muss immer darauf geachtet werden, nur reine getrocknete Jiaogulan-Blätter als Tee zu kaufen. Eine hohe Beschaffenheit ohne Schadstoffbelastung wird zudem nur dann garantiert, wenn der Tee aus nachhaltiger Produktion und natürlichem Anbau stammt. Hinweise auf die Abstammung des Naturprodukts sollten unbedingt beachtet werden, damit nicht minderwertige und belastete Ware konsumiert wird. Denn was nützt die gesündeste Pflanze, wenn sie durch Gifte, wie Pestizide oder Düngemittel kontaminiert ist und somit mehr gesundheitlichen Schaden als Nutzen zufügt?

Ratschläge für den Eigenanbau – so gelingt die eigene Jiaogulan-Zucht!

Wer auf Jiaogulan und seine Wirkweise schwört und einen einigermaßen grünen Daumen hat, kann das Unsterblichkeitskraut auch recht simpel daheim züchten. Nicht einmal eine Gartenanlage ist zur Züchtung der recht bescheidenen Pflanze nötig. Möglich ist das Wachstum der Pflanze im Freien durch die Winterfestigkeit aber dennoch. Wenig Licht im Haus beeinträchtigt den Jiaogulan auf keinen Fall. Die Ranke bevorzugt leicht schattige Orte, muss aber für das kräftige Wurzelwachstum ausreichend Raum haben. Ein Topf von wenigstens 30 cm Tiefe sollte von daher definitiv für ein Wachsen der Wurzeln gegeben sein. Sehr beliebt ist Jiaogulan als Hängepflanze. Sie kann selbstverständlich auch an einer Kletter- und Rankhilfe wachsen. Im besten Fall können Stecklinge gepflanzt werden, da die Aussaat doch eher mühsam ist.

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